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Auf ein Schäferstündchen…Interview mit dem Schäfer Ingo


Schäferstündchen, Schäfchen zählen, damit man endlich einschlafen kann: Das hört sich so niedlich an. Dabei ist der Beruf des Schäfers knallhart. Und obendrein einsam. „Wirkliche Schäferstündchen sind eher eine Seltenheit“, verrät uns Wanderschäfer Ingo, der seinen ganzen Namen lieber nicht im Netz lesen mag. Spätestens seit der NSA-Affäre möchte er keine Daten von sich im Internet veröffentlichen. Danke, dass er sich trotzdem bereit erklärt hat, und wir unser Gespräch auf unserer Website veröffentlichen dürfen! Ingo ist einer von ca. 3.000 bis 4.000 Schäfereien, die es heute in Deutschland noch gibt. Die Zahlen haben wir übrigens aus der Süddeutschen Zeitung; die weiß es auch nicht genauer. Mit diesen Zahlen haben die Schäfer ein ähnlich dickes Problem wie manch technischer Beruf: Es herrscht Fachkräftemangel. Zu diesem und einigen weiteren Themen haben wir Ingo interviewt.

Ingo, wie bist Du darauf gekommen, Schäfer werden zu wollen?

Bei mir lag das quasi in der Familie: Einer meiner Onkel ist auch Schäfer. Außerdem komme ich aus einem kleinen Ort in der Lüneburger Heide. Hier ist die Schäfer-Dichte vergleichsweise hoch. Trotzdem wollte ich zunächst was ganz anderes machen und habe in der neunten Klasse ein Praktikum im Büro bei einer Spedition gemacht. Da habe ich ganz schnell gemerkt, dass diese Sesselfurzerei so ganz und gar nichts für mich ist. Ich bin wirklich gerne in der Natur unterwegs…

Warum hattest Du denn Bedenken, Schäfer zu werden?

Als Schäfer ist man verdammt einsam, gerade wenn man als Wanderschäfer unterwegs ist wie ich. Ich bin ja quasi ein Nomade. Eine Familie zu gründen ist für mich undenkbar, zumindest so, wie ich gerade unterwegs bin. Das hält keine Frau aus. Die engste Beziehung habe ich wirklich zu Harro, Don und Ajax, meinen Schäferhunden. Und einen Schafbetrieb mit Hof und eigenen oder gepachteten Ländereien aufzubauen, dazu fehlt mir das nötige Kleingeld. Außerdem verdient man als Schäfer nicht mehr sehr üppig… Das ist wohl auch einer der Gründe, warum immer weniger den Schafberuf erlernen wollen. Wir haben einen massiven Fachkräftemangel…

Was sind die Hauptverdienstquellen eines Schäfers?

Hier in Deutschland ist die beste Verdienstquelle eines Schäfers, als Landschaftspfleger zu arbeiten. Schafe sind ja natürliche Rasenmäher und sorgen für die Verdichtung des Bodens, was zum Beispiel für die Erhaltung der Deiche wichtig ist. Aber beim Fleisch und auch der Schafwolle sind wir leider nicht konkurrenzfähig; da halten wir dem Preiskampf mit den Kollegen aus Neuseeland nicht Stand, was sehr bitter ist. Deswegen habe ich mich ja auch entschieden, als Wanderschäfer unterwegs zu sein.

Jetzt haben wir über Probleme geredet. Was sind die Vorzüge des Schäferdaseins?

Ich finde es großartig, in der Natur unterwegs zu sein und dem Rhythmus der Natur und dem Rhythmus der Schafe zu vertrauen, auch wenn das sehr anstrengend ist. Ich bin 365 Tage und auch oftmals Nächte im Einsatz. Eine Herde von knapp 600 Schafen und einigen Ziegen zusammen zu halten, ist nicht ohne. Es fallen viele Arbeiten an, wie etwa den Schafen regelmäßig die Klauen zu schneiden, ca. einmal in der Woche, sonst verwachsen die und entzünden sich. Nachts muss ich raus, wenn eines der Schafe lammt oder auch wenn Schafe erkrankt sind. In einer Nacht haben mal insgesamt fünf Schafe gelammt. Am Tag danach war ich fix und fertig, wir mussten aber trotzdem weiterziehen.

Und wo übernachtest Du? Wie ein Hirte auf dem Felde?

Nein, so ist es nun doch nicht. Ich habe meinen Wohnwagen. Wenn ich mit meiner Herde weitergezogen bin, gehe oftmals den Weg zurück und hole meinen Wohnwagen zur neuen Weide.

Wie wird denn Weihnachten gefeiert?

Wie gesagt: Ich bin 365 Tage im Einsatz. Dazu gehört auch der Heilige Abend. Aber ich habe einen kleinen Tannenbaum im Wohnwagen, für meine Tiere gibt es eine Extraportion Heu, für die Hunde eine  fette Wurst, und ich bereite mir mein Leibgericht zu: Kartoffelsalat und ein Steak.
Vielen Dank für das freundliche Gespräch!
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